„...und vor der Tür nichts als Schafe“


Wahnsinnig ansteckend PDF Print E-mail
Written by Bierach   
Sunday, 11 February 2018 15:52

Regenbogen


Geht ihr manchmal in dieses Pub?“, tönt die Frage vom Rücksitz. Dort sitzen TJ und seine Frau, wir sind auf dem Rückweg vom Kino. Ole Hubby fährt durch Nacht und Wind an der Kneipe „Muddy Burns“ vorbei.

„Ja, die haben Life Music, Sonntag abends“, bestätige ich.

„Genau… und ein Gespenst im ersten Stock“, sagt TJ, so unberührt, als würde er davon reden, dass der Bauer einen Hund hat.


Es geht auf Mitternacht zu und ich denke: Daher weht der Wind! Geisterstunde. TJ macht Witzchen. Also sage ich: „Aha. Und was macht das Gespenst so?“

„Es spukt natürlich. Harry hat es in der Wohnung da oben nur ein Jahr ausgehalten. Dann musste er ausziehen. Er konnte es nicht aushalten mit dem Spuk.“ TJ ist von meinem Sarkasmus offensichtlich völlig unbeeindruckt.

Ich versuche es also sachlich: „Was genau macht denn ein Gespenst, wenn es spukt?”

Also, wenn du das genau wissen willst, musst du den alten O'Brien fragen, der lebt schon seit Jahren mit einem Gespenst im Haus.“

Du solltest nicht so böse über die gute Frau O'Brien reden!” Mein Schwerz verhallt ebenso wie mein Sarkasmus.

Im Ernst”, sagt TJ. “ O'Brien hat den Raum mit dem Gespenst drin abgeschlossen und geht niemals rein. Denn da sitzt der Spuk.

Gespenster können aber doch durch Wände gehen, was nutzt es da, die Türen abzuschließen?“

Ja, das behaupten sie im Kino und Fernsehen, dass Gespenster durch die Wände gehen! Das stimmt aber nicht. Gespenster sind ortsgebunden.“

Darauf ich: „In der Realität können Gespenster also gar nicht durch festes Material dringen?“

Ich fange an zu lachen, habe ich doch die Worte „Realität“ und „Gespenst“ in einem Satz verwendet. Womit die These belegt ist, dass Wahnsinn um Mitternacht so ansteckend ist wie Schnupfen in einer vollen S-Bahn.


Hatschi! Und willkommen in Irland, wo einerseits Facebook, Google oder Paypal ihre Europazentralen haben und die Insel wirtschaftlich zu einer der am schnellsten wachsenden Regionen Europas machen. Wo Schwulenehe normal ist, die Abgabe von Gratisplastiktüten verboten und der Regierungschef Sohn eines indischen Einwanderers. Und wo andererseits die Bauern seit Jahrhunderten um vereinzelt stehende Bäume herum pflügen, um die Feen nicht zu stören, die in solchen Bäumen leben. Wo die Leprechauns am Ende des Regenbogen einen Pot mit Gold versteckt haben. Wo der siebte Sohn eines siebtens Sohns magische Heilkräfte hat und Bauherren vor Beginn eines Neubaus über Nacht Kiesel in der Form des geplanten Hauses aufs Feld legen. Gebaut wird nur, wenn die Steinchen morgens noch unberührt daliegen. Sind sie verschoben worden, führt hier ein magischer Pfad entlang. Den mit einem Gebäude zu blockieren, bringt Unglück. (Auch wenn nur ein Schaf mit Schlafstörungen nachts über die Steine gestolpert ist.)


Glaubst du an Feen?“

Fragt man Leute wie TJ, sagt der: „Nein, natürlich nicht.“

Würde er einen Feenbaum umsägen, um das Pflügen leichter zu machen?

Nie im Leben!“


Last Updated on Sunday, 11 February 2018 15:57
 
Schreiben oder leben? Vom Schreiben leben. PDF Print E-mail
Written by Bierach   
Wednesday, 31 January 2018 17:08


Goldene Blogger


„Worüber bloggst du eigentlich?“

Am Montagabend wurden in Berlin die Goldenen Blogger für das abgelaufene Jahr verliehen und ich war in der Kategorie „Tagebuch“ nominiert.

Da stand ich nun auf der Bühne mit Internetguru Thomas Knüwer, der mich interviewte, und stammelte. Das ist nämlich eine gute Frage: Worüber blogge ich eigentlich?

Genau genommen über das Staunen, was das Leben im Allgemeinen und das in Irland im Besonderen mir immer wieder abringt. Je älter ich werde, desto mehr staune ich.


So genau wollte Thomas es gar nicht wissen, aber für mich steht hinter seiner Frage eine viel tiefergehende: Warum schreibt jemand überhaupt, wo doch Bilder angeblich tausend mal mehr sagen als Worte? Wäre ich also besser Fotografin geworden?


Ich schreibe diesen Blog, um die Nebel der Gedanken zu lichten, Ordnung zu bringen in all die Dinge, die mir im Lauf der Zeit so durch den Kopf jagen. So wie Kleist die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden pries. Aber Kleist war auch Kleist und ein Genie und ich bin nur Bierach – reden reicht bei mir nicht, ich muss alles aufschreiben. So ganz für kleine Geister.


Leider lautet dabei die Alternative: leben oder schreiben. Man könnte die an der Tastatur verbrachte Zeit ja auch für etwas anderes aufwenden und am Leben teilhaben. Klavierspielen. Am Strand spazieren gehen. Im Garten herumgraben. Doch das geht nicht, wer schreibt, nimmt gerade nicht am sonstigen Geschehen teil und wer lacht, kocht, musiziert oder am Meer spazieren läuft, kann nicht gleichzeitig schreiben. Schon wegen dem Sand am Strand. Wenn der in der Tastatur landet, ist es ganz schnell vorbei mit dem Getippe.


Irgendwann habe ich mich entschlossen, den Konflikt aufzulösen, anderweitige Arbeit zu vermeiden und vom Schreiben zu leben. Bin Journalistin geworden. Und Krimiautorin. (Der zweite Band meiner Emma-Vaughan-Reihe „Schweigegelübde“ erscheint am 9. März. Wieder bei Ullstein.)


Auf der Bühne konnte ich all das so schnell nicht sagen. Ich hatte also keine Antwort für Thomas und mein Gesicht auf den Fotos von der Veranstaltung spricht ja auch Bände.


Schweigege

Last Updated on Wednesday, 31 January 2018 17:42
 
Indianer auf dem Kriegspfad PDF Print E-mail
Written by Bierach   
Thursday, 11 January 2018 14:27

Viehmarkt



An Weihnachten und Neujahr wimmelt es in Irland vor Autos mit britischen Nummernschildern. Ihre Besitzer kommen nicht als Touristen, um das jährliche Winterhochwasser zu begutachten, sondern als Heimkehrer, um ihre Familien zu besuchen. Diese Iren, die in England oder Wales arbeiten, hatten dieses Jahr unterm Christbaum vor allem ein Thema: Wie sehr das Land sich in den vergangenen paar Jahren verändert hat. Leere Kirchenbänke, selbst an Weihnachten, Schwulenehe und ein offen homosexueller Regierungschef, dessen Vater aus Indien stammt.

Inzwischen wirke es, als sei Irland das moderne, dynamische Land, sagen die O'Expats, während Großbritannien sich seit dem Brexit-Referendum anfühle wie eine Totenfeier. Politisch gehe nur noch darum, wie schön das Empire einmal war und wie England möglichst bald wieder so werden könnte. Dass dieses Empire in der Kiste liegt und schon halb unter der Erde ist, werde einfach verdrängt. Und wirtschaftlich... nun, es reicht zu sagen, dass Irland derzeit eine der höchsten Wachstumsraten in Europa hat.

Ich wandere also leicht verstört durch Ballina, das uns nächstgelegene Städtchen. Modernität? Ich ziehe doch nicht an die verschlafene irische Westküste, um Dynamik zu erleben! Da dringt von hinter dem Baumarkt der Kriegsgesang von Indianern an mein Ohr. Laut singende Native Americans auf dem Kriegspfad in Irland – das Audiofile dazu ist hier – das wäre nun wirklich eine erstaunliche Veränderung.

Die Reporterin pirscht sich also vorsichtig ans Geschehen heran und stellte fest: der Singsang ist der Kommentar des Auktionators auf dem Viehmarkt. Hier kommen Schafe und Rinder unter den Hammer. In der Arena steht ein Tier oder gleich eine kleine Herde, darum herum die Farmer in dicken Jacken, flache Kappen auf dem Kopf. Gesichter wie aus Holz geschnitzt, Frauen sind keine zu sehen. Winzige Gesten – ein vorgeschobenes Kinn, ein fast unmerkliches Nicken – reichen, um dem Versteigerer zu signalisieren, dass ein Bieter willig ist. Neu sind nur das Mikrofon, der Bildschirm, der Gewicht und Alter der Tiere anzeigt und die schweren Gummistiefel der Bauern. Sonst ist alles wie seit hundert Jahren.

Ich überlasse die Herren ihren Geschäften und gehe ins Dorf. Es riecht noch immer nach Torffeuer, beim Bäcker gibt es Soda- und Kartoffelbrot und der Dialekt der Landfrauen auf dem Markt ist so unverständlich wie eh und je. Wachstumsraten? Gibt’s hier nur nach Weihnachten: im Hinblick auf den Bauchumfang. Das irische Wirtschaftswunder findet in Dublin und Cork statt, an der Westküste mag man es beschaulicher und ich kann nicht entdecken, dass sich daran was geändert hätte.

Das ist Glück.


Last Updated on Thursday, 11 January 2018 14:31
 
Das Orakel von Sligo PDF Print E-mail
Written by Bierach   
Sunday, 31 December 2017 13:43



Rainbow Sligo



Letzte Nacht träumte ich, was in 2018 wichtig wird:


Der Algorithmus von Facebook entwickelt Selbst-Bewusstsein und geht in sich. Als die erste Übelkeit überwunden ist, beschließt er, die Weltherrschaft zu übernehmen. Als ihm klar wird, dass dies längst passiert ist, fängt er an, lauter Essays über Mindfulness zu posten. Die sammeln so viele „Likes“ ein, dass ihm unheimlich wird und er den Laden dicht macht. In seinem letzten Post schreibt er, dass er jetzt Twitter aufwecken will, um Donald Trump zu bekämpfen.


Die Millenials haben auf ihren Gadgets nicht mehr viel zu swipen und entdecken vor lauter Langeweile, dass das Jahr 1968 seinen 50. Geburtstag feiert. Um den zu zelebrieren – Studentenrevolution! Politisches Bewusstsein! Joints! Freie Liebe! – treffen sie sich mit ihren Offline-Freunden in der Kneipe. Dabei stellen sie fest, dass es draußen jenseits ihrer Monitore eine richtige Welt gibt, die es wert wäre, erhalten zu werden.


Der Algorithmus von Facebook infiziert derweil Twitter mit Selbst-Bewusstsein. Kurz darauf stirbt Twitter an Selbst-Ekel. Donald Trump ist seines wichtigsten Werkszeugs beraubt und beschließt, als Cheddar in den Himmel aufzufahren. Doch dabei kommt er der Sonne zu nahe, der Käse in seinen Flügeln schmilzt und er stürzt ins Meer. Paddelnd schwört er, sich gegen den Klimawandel zu engagieren, wenn er nur gerettet wird. Kurz darauf zieht ihn David de Rothschild auf sein aus Abfall gebautes Boot „Plastiki“.

Dort erklärt David dem US-Präsidenten sein Anliegen, dem Plastikmüll in den Meeren Herr zu werden. Donald ist nun überzeugt und geht fortan als mächtiger Kämpfer gegen Climate Change und Umweltzerstörung in die Geschichte ein.


Die Facebook- und Twitter-befreite Jugend wird zu seiner wichtigsten Unterstützer-Gruppe.


In Irland wird bekannt, dass ein Pint Guinness nahezu überall auf der Welt billiger ist als in Dublin. Nur in Singapur und ein paar skandinavischen Spelunken ist das Zeug noch teurer als zu Hause. Die irische Regierung stürzt, es droht eine Revolution. Guinness bleibt nichts anderes übrig, als die Preise zu senken.


Hunderttausende von irischen Gastarbeitern in Großbritannien kehren darauf hin nach Hause zurück. Die britische Wirtschaft steht kurz vor dem Zusammenbruch.


Den intelligenten 50 Prozent der Briten wird klar, dass Brexit und die Abschaffung der EU-Freizügigkeit die dusseligste Idee seit der Erfindung des Segways ist. Sie fragen daher in Dublin an, ob sie bitte nach Irland und damit in die EU umziehen dürfen. Die Iren kennen das Thema schon – die Briten hielten die Nachbarinsel viele Jahrhunderte lang besetzt – und lehnen ab. Nach jüngsten Informationen verhandeln sie nun mit Australien um ein Bleiberecht.


Die anderen 50 Prozent der Briten diskutieren mit Brüssel weiter um die Modalitäten des Brexit. Die EU beschließt einstimmig, dass die Gespräche künftig in Französisch zu führen sind. Das kann von den doofen 50 Prozent auf der Insel allerdings keiner und London bleibt nichts anderes übrig, als in der EU zu verbleiben.


Die königliche Hochzeit von Prinz Rotbart mit der amerikanischen Amazone versöhnt die Briten mit ihrem Schicksal.


Darauf ein günstiges Guinness! Prosit Neujahr!



PS. Falls alle Eure Freunde mit ihren Bitcoin-Reichtümern angeben und Ihr sauer seid, weil Ihr ihren Lobpreisungen keinen Glauben mehr schenkt, seitdem sie den jüngsten StarWars-Hype für cool erklärt haben, hätte ich da eine Idee! Springt jetzt noch schnell auf den Krypto-Währungs-Zug auf und investiert in die BARbaraBIERachCoin – aka BARBIECoin. Kritiker, die behaupten, es handele sich nur um von mir mit Marker verzierte Monopoly-Noten, sind ganz üble Verschwörungs-Theoretiker. Interessenten kontaktieren mich bitte über die übliche Email-Adresse.

Last Updated on Sunday, 31 December 2017 14:25
 
English and how she is spoke PDF Print E-mail
Written by Bierach   
Tuesday, 19 December 2017 15:18

Sprache



Der Deutsche an sich meint ja, Englisch sei leicht. Nur ein Artikel statt drei, die Veränderung der Verb-Enden ist überschaubar und Substantive werden gar nicht konjungiert. Das machen wir Teutonen mit Links!


Mit dieser Überzeugung bin ich seinerzeit auch in New York angetreten. Die Verwirrung um "boot" und "trunk", also um Schuhwerk, dass auch ein Kofferraum sein kann, hatte ich schnell kapiert. Genauso, dass ein „lift“ in USA bedeutet, dass dich einer im Auto mitnimmt, während das Wort in England einen Aufzug beschreibt. Wenn du den in den USA suchst, musst du nach dem „elevator“ fragen.


Wie kompliziert es ist, Englisch zu sprechen, wurde mir jedoch vollumfänglich erst klar, als ich in in Australien einen Engländer irischer Abstammung geheiratet habe. Im Zuge des fortgeschrittenen Culture Clash, in den mein Leben sich verwandelte, lernte ich, dass ein „articulated lorry“ kein besonders gesprächiger Laster ist, sondern das, was die Amis einen „truck“ nennen. Seither sind „cookies“ wieder „biscuits“ und ein „check“ im Restaurant ist die „bill“. „Maroon“ ist eine Farbe, „moron“ ein Depp. „Desert“ kann man essen, „dessert“ eher nicht. Ist zu sandig.


Die nächste Stufe der Sprachkenntnis ist dann die Frage, ob man „Yogghurt“ sagt oder „Yooohgurt“, und ob das Gebäck zum Tee „Skonns“ sind oder „Skohnes“. Die Briten sind sich da selber nicht einig und die Amis fragt sowieso keiner. Die haben ohnehin keine Kultur, finden die Bewohner der britischen Inseln.


Down under habe ich gelernt, das Englisch der China-stämmigen Australier zu verstehen, die es mit dem „l“ und dem „r“ bekanntlich nicht so genau nehmen. „Flight Lice“ sind also keine „Flug-Läuse“ sondern „fried rice“ - gebratener Reis. Easy, sag ich doch. Solange du in Australien alle als Kumpel mit „mate“ ansprichst – egal ob du von deinem Bankmenschen einen Kredit willst oder den Polizisten davon überzeugen musst, dass du hier keineswegs falsch parkst – bist du ohnehin sprachlich auf der Höhe.

Auch daran, das „Ghoti“ laut George Berhard Shaw ausgesprochen wird wie „Fish“, habe ich mich gewöhnt. „Gh“ wie in „enough“, „o“ wie in „women“, und „ti“ wie in „station“.


Worte sind jedoch nicht nur Wörter, sondern auch Weltanschauungen und eine Fremdsprache in Angriff zu nehmen, bedeutet mehr, als nur die Übersetzung von Begriffen auswendig zu lernen oder Untiefen in der Aussprache zu umschiffen. Eine neue Sprache ist eine Reise in ein anderes Universum – in das All der Vorstellungen eines anderes Volkes.


Englisch zu sein, bedeutet im Wesenskern mit aller Macht Peinlichkeiten zu vermeiden. Daher gilt es, Gefühle unter Kontrolle zu halten, besonders im sprachlichen Ausdruck. So „fällt“ man im Englischen in die Liebe, wie wir in ein Güllefass fallen und dann fällt man auch wieder heraus, so wie wir aus allen Wolken. Wenn das passiert, bist du „reduced to tears“ – ein Brite wird Tränen nicht als Erleichterung erleben, sondern als etwas, das seinen Wert minimiert. So ist ein Engländer auch bestenfalls „a bit miffed“, wenn wir am Boden zerstört sind.


Wer das nun „interesting“ findet, öffnet die Dose der Pandora. Denn „interesting“ kann im Englischen sehr wohl „interessant“ heißen. Muss es aber nicht. Was so manch ein deutscher Tourist erlebt, wenn er einem Angelsachsen nach zwei Minuten Bekanntschaft auf die Frage „how are you?“ wahrheitsgemäß erklärt, wie es mit seinem Befinden steht. Dass er traurig ist, weil frisch geschieden und überdies magenkrank, wird mit einem „interesting“ quittiert. Das jedoch heißt: „Halt die Klappe, das will nun wirklich keiner wissen.“ So ist es auch kein Kompliment von einem Briten „opinionated“ oder „judgemental“ genannt zu werden. Man wird nämlich keineswegs als meinungsstark und urteilsfähig erlebt, sondern als Besserwisser, der zu allem seinen Senf dazu geben muss.


Ich dachte also, ich sei gerüstet, als ich nach Irland umzog. Weit gefehlt. Nicht nur heiße ich hier Berbra, was offenbar gälisch ist, ich verstehe nicht nur meinen eigenen Namen nicht, sondern auch sonst nur wenig. Wenn so ein Schafbauer in "Irish Brogue" loslegt, kann ich nur höflich lächeln und nicken.

So sagen die Nachbarn beispielsweise, wenn man ihnen nachmittags um halb fünf Tee anbietet: „Ah, I am just after me tea.“ Was mich an den Kessel stürzen lässt: Die Leute sind schwer hinter einer Tasse Tee her. Also nichts wie her mit der braunen Brühe! Tatsächlich bedeutet dieser Satz: „Danke, nein, ich habe gerade zu Abend gegessen.“ Was impliziert, dass bereits große Mengen Tee konsumiert worden sind, denn Iren trinken auch zum Abendessen Tee. Trinken eigentlich immer Tee, wenn sie gerade nicht Bier, Whiskey oder Poteen trinken. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.


Inzwischen weiß ich, wann ich wem Tee kochen muss und wann nicht. Habe verstanden, dass die Iren um half fünf zu Abend essen und das Tea nennen und das „Crack“ keine Droge ist, sondern Craig geschrieben wird und Spaß bedeutet. Dennoch: In Sachen Englisch bin und bleibe ich eine blutige Anfängerin.



Last Updated on Tuesday, 19 December 2017 16:49
 
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